Kultursonntage in der Alten Vogtei

Hier finden Sie die nächsten Veranstaltungen, die im Rahmen der Kultursonntage in der Vogtei zu Burgkunstadt stattfinden. 

Vom Jazz zur Klassik

Bild: © Mario Marzo

Der spanische Klarinettist Pablo Barragán 

Pablo Barragán, Klarinette

Mario Häring, Klavier 

Der vielfach ausgezeichnete und weltweit gastierende Klarinettist Pablo Barragán ist von der kommunikativen Kraft der Musik fasziniert: Mit Musik kann man sagen, was anders nicht auszudrücken ist. Dabei bedient er sich nicht nur klassischer, sondern auch ausgesprochen jazziger Musik, für die sein Instrument prädestiniert ist. Barragán schafft es meisterhaft bereits mit der ersten Note die Verbindung zu seinem Publikum herzustellen. Sein Spiel ist differenziert, elegant und perfekt nuanciert. In seinem Konzert trifft Jazz auf Klassik, der amerikanische Jazz-Klarinettist und Komponist Pasquito d’Rivera auf Johannes Brahms. 

Programm:

Paquito d’Rivera      The Cape Cod Files
Francis Poulenc       Sonate für Klarinette und Klavier
Georges Gershwin  3 Preludes für Klarinette und Klavier
Johannes Brahms   Sonate für Klarinette und Klavier Es-Dur op. 120/2

Der kubanische Jazz-Saxophonist Paquito d’Rivera komponiert eine Musik, deren Mischung aus Jazz, Rock und Klassik ihn weltberühmt gemacht haben:  als bisher einziger Künstler hat er den Latin Grammys sowohl in der Kategorie Klassik wie in der Kategorie Latin Jazz gewonnen. Der grandiose Franzose Francis Poulenc ist ein führender Vertreter des Neoklassizismus und berühmt für seinen Witz und sein flammendes Verhältnis zur Melodik. Auch die Werke von Georges Gershwin sind der klassischen und der populären Jazzmusik verpflichtet, sodass diese Komponisten einen spannenden Bogen zu dem großen romantischen Klassiker Johannes Brahms schlagen werden.

Bild: © Nikolaj Lund

Pablo Barragán gewann zu gleichen Teilen mit der Blockflötistin Laura Schmid den diesjährigen Prix Jeunes Solistes Credit Suisse. Zum Preis gehört auch der Auftritt im ersten Debütkonzert am Lucerne Festival. Da spielt Barragán die zweite Sonate von Sergei Prokofjew in einer Transkription für Klavier und Klarinette, die Rhapsodie von Claude Debussy sowie die Fantasie für Soloklarinette von Jörg Widmann, den er sowohl als Klarinettisten wie auch als Komponisten besonders schätzt.

Warum aber kam der Spanier gerade zur Klarinette? «Mir gefällt, dass der Klang so sehr der menschlichen Stimme gleicht. Ich habe das jetzt wieder in Davos gespürt, als ich die Sopranistin Julia Westendorp bei Schuberts ‹Hirt auf dem Felsen› begleitete.»

Dabei war die Wahl des Instruments rein zufällig. Schon mit fünf Jahren begann Barragán in seiner Heimatstadt nahe bei Sevilla mit dem Musikunterricht. «Ein Lehrer verteilte Instrumente und gab mir die Klarinette, weil er meinte, diese passe zu mir.» Mit der Zeit freundete sich Barragán mit dem Instrument immer mehr an. «Als Kind hörte ich viel Musik von Benny Goodman und Artie Shaw. Ich liebte die Geschmeidigkeit ihres Tons.» 

Mit Musik kann man sagen, was anders nicht auszudrücken ist. Musik macht Unfassbares greifbar und berührt auf besondere Art und Weise. Pablo Barragán ist fasziniert von dieser Art der Kommunikation und schafft es meisterhaft bereits mit der ersten Note die Verbindung zu seinem Publikum herzustellen. Sein Spiel ist differenziert, elegant und perfekt nuanciert. Er möchte Geschichten erzählen, Emotionen vermitteln und für jedes Werk eine eigene Farbpalette kreieren.

Die Kunst ist ihm hierfür eine vielfältige Inspirationsquelle. Er liebt es Galerien und Museen zu besuchen; die Eindrücke bei einem guten Kaffee wirken zu lassen oder mit Freunden zu diskutieren. Bereits in seiner Kindheit ermunterte ihn seine Mutter, immer wieder Neues auszuprobieren, sodass er mit dem Gefühl von Kreativität und Freiheit aufwuchs. Er begann mit vier Jahren das Klavierspiel und fand dann über das Sopransaxophon zu „seinem“ Instrument: Der Klarinette.

Sein musikalischer Weg führte Barragán über Jugendorchester und Kammermusikensembles zum Musikstudium am Conservatorio in Sevilla bei Antonio Salguero bevor er zur Barenboim-Said Foundation in Berlin zu Matthias Glander wechselte. Daneben war er Mitglied des West-Eastern-Divan Orchestras, unter der Leitung von Maestro Daniel Barenboim. 2009 ging er als Stipendiat der Fundación Caja Madrid an die Musikakademie Basel, wo er in der Meisterklasse von François Benda studierte. Auch in den Meisterkursen von Martin Fröst, Charles Niedich und Dimitri Ashkenazy erhielt er neue Impulse.

Die Entwicklung Barragáns vom jungen Talent zum anerkannten Musiker drückt sich u.a. durch seine Auszeichnung mit dem Prix Credit Suisse Jeunes Solistes 2013 und die Einladung des Lucerne Festivals im selben Jahr aus. Sein Solodebüt beim Festival wurde dann auch live vom RTS übertragen und anschließend von der Credit Suisse Foundation als CD produziert.

Begleitet wurde diese Entwicklung durch verschiedene Preise bei internationalen Wettbewerben, bspw. dem ARD Musikwettbewerb 2012, dem Juventudes Musicales de España 2011 oder dem European Music Competition for Youth 2011 (EMCY).

Pablo Barragáns Neugierde lässt ihn immer wieder neue Perspektiven auf die Musik entdecken und er zeigte als Solist bereits mit Orchestern wie dem Sinfonieorchester Basel, den Hamburger Symphonikern, Orquesta de Radio Television Española, Slowakischen Kammerorchester oder dem Malaga Philharmonic Orchestra unter Dirigenten wie Clemens Schuldt, Adrian Pravaba oder Gabriel Feltz seinen unendlichen Facettenreichtum.

Die Intimität von Kammermusik wiederum eröffnet ganz neue Ansichten, Emotionen und Farben, die den jungen Musiker prägen. Das gemeinsame Musizieren mit bspw. dem Goldmund Quartett, Maki Wiederkehr oder Viviane Hagner bei Festivals wie dem Martha Argerich Fesitval, Lucerne Festival, Menuhin Festival Gstaad, Schleswig-Holstein Musik Festival, Young Euroclassics Berlin oder den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern sind für ihn daher genauso von Bedeutung wie seine Solokonzerte.

Eine dieser freundschaftlichen Kollaborationen hat auch zur Veröffentlichung seiner Debüt-CD gemeinsam mit Juan Pérez Floristán (Klavier) und Andrei Ioniţă (Violoncello) geführt: Im Frühjahr 2018 erschien das vielfach gelobte Album mit Klarinettentrios und Sonaten von Brahms beim spanischen Label IBS.

Pablo Barragán vertritt als Künstler D’Addario und Silverstein. Er engagiert sich in seiner Heimat Spanien mit Meisterkursen in der Nachwuchsförderung.

Bild: © Kaupo-Kikkas

Mario Häring (*1989 in Hannover) bekam im Alter von drei Jahren seinen ersten Geigenunterricht und ab 1994 Klavierunterricht bei Kimiko Higuchi. 2007/2008 studierte er für ein Jahr als Jungstudent am Julius-Stern-Institut der Universität der Künste Berlin bei Prof. Fabio Bidini, bevor der junge Pianist an die Musikhochschule Hannover zu Prof. Karl-Heinz Kämmerling wechselte. Seit 2012 setzt er seine Studien dort bei Prof. Lars Vogt fort. Meisterkurse u.a. bei Paul Badura-Skoda, Pascal Devoyon, Anatol Ugorski, Walter Blankenheim und Andras Schiff gaben ihm zusätzliche musikalische Impulse. Zudem ist Mario Häring seit 2011 Stipendiat der Internationalen Musikakademie im Fürstentum Liechtenstein und nimmt dort regelmäßig an Intensivwochen und Aktivitäten der Akademie teil.

Der Pianist kann bereits auf zahlreiche Wettbewerbserfolge verweisen: In den Kategorien „Klavier solo“, „Duo“ und „Klavier Begleitung“ gewann er ab 1995 mehrfach 1. Preise beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ auf Bundesebene. Auch als Geiger erhielt er 2001 einen 1.Preis auf Landesebene. Beim Bundeswettbewerb 2005 erzielte der junge Musiker die Höchstwertung in der Kategorie „Klavier solo“, verbunden mit einem Sonderpreis der Deutschen Stiftung Musikleben, sowie einen 2. Preis in der Wertung „Klavierkammermusik“. Beim Internationalen Steinway Klavierspiel-Wettbewerb in Hamburg und Berlin wurde er von 1997 bis 2005 ebenfalls mit Preisen ausgezeichnet.

Konzertauftritte führten Mario Häring bereits in viele europäische Länder sowie nach Japan, China und Namibia sowie in renommierte Säle wie das Konzerthaus Berlin, die Laeiszhalle Hamburg und die Suntory Hall in Tokyo. Seit seinem Orchesterdebüt in der Berliner Philharmonie mit den Berliner Symphonikern 2003 folgten weitere Konzerte mit Orchester, u.a. in der Philharmonie Konstanz, im Tokyo Metropolitan Theater und in der Tokyo Bunka Kaikan. Der junge Pianist gastierte darüber hinaus bei renommierten Festivals wie dem Braunschweig Classix Festival, den Schwetzinger Festspielen, dem Internationalen Steinway Festival, dem Schleswig-Holstein Musik Festival, dem Lucerne Festival, dem „Ark Nova“ in Matsushima und dem Kammermusikfestival „Spannungen“ in Heimbach. In diesem Jahr wird er mit einem Ligeti-Projekt beim Klavierfestival Ruhr debütieren.

Mario Häring erhielt in den Studienjahren 2006/2007 und 2007/2008 jeweils ein Carl-Heinz Illies-Förderstipendium der Deutschen Stiftung Musikleben. Diese ermöglichten ihm die Teilnahme an der „Académie Internationale de Musique Courchevel“ 2006 in Frankreich bei Prof. Pascal Devoyon sowie an einem Internationalen Meisterkurs in Vaduz/Lichtenstein bei Prof. Karl-Heinz Kämmerling. 2008 wurde dem Pianisten von der Deutschen Stiftung Musikleben ein Gerd Bucerius-Stipendium zugesprochen, welches ihm die Teilnahme an einem Meisterkurs in Val Tidone/ Italien bei Prof. Karl-Heinz Kämmerling ermöglichte. 2007 präsentierte ihn die Deutsche Stiftung Musikleben im Rahmen ihrer Konzertreihe „Foyer Junger Künstler“ im Hamburger Steinway-Haus.

Zurück